Für Komsa könnte unter CEO Toni Burger eine neue Ära beginnen

Toni Burger ist neuer CEO bei TK-Distributor Komsa. Der neue, starke Mann bei Komsa lobt Burgers Führungsqualitäten. Mit seiner "offenen Art" könnte der 41-Jährige in der Tat eine neue Ära bei Komsa einleiten.

Diplomkaufmann Toni Burger, seit 7 Jahren bei Komsa, ist neuer CEO des TK-Distributors

Andreas Toni Burger tritt ab heute den Posten des CEO an, wie sein Vorgänger wird auch er das Finanzressort leiten. Der Manager kam im April 2018 zu Komsa, damals noch unter der Führung von Uwe Bauer.

Komsa-Gründer Gunnar Grosse und Jürger Unger wechselten ein Jahr zuvor vom Vorstand in den Aufsichtsrat, leiteten den Generationswechsel an die Spitze ein. Es folgten danach turbulente Zeiten beim TK-Distributor. Die erste Disruption folge 2020: Grosse holte Pierre-Pascal Urbon an die Spitze von Komsa, die zuerst geplante Doppelspitze wollte sich Bauer nicht antun, er schied aus. Urbon, davor CEO beim Wechselrichterhersteller SMA, krempelte Komsa gründlich um: er konsolidierte das verzweigte Firmengeflecht, Führungskräfte mussten sich neu auf ihre Position bewerben, einige wurden ausgetauscht. Das brachte viel Unruhe in die Belegschaft. Zudem hatte der CEO den Auftrag, einen neuen Investor zu finden, der Grosses Mehrheitsanteil übernehmen würde und Komsa größer, internationaler aufzustellen.

Toni Burger hatte diese spannungsgeladenen Zeiten als Mitglied des Executive Management Committees und Leiter des Finanzbereichs, Urbons rechte Hand, miterlebt. Im Oktober 2022 wurde ihm Prokura erteilt. Burger hatte "maßgeblichen Anteil an der Transformation 2020, der Refinanzierung und der im Januar 2025 abgeschlossenen Fusion mit dem englischen IT Distributor Westcoast - heute Hemani Ventures Limited", teilt Komsa mit. Der Diplomkaufmann war vor seinem Wechsel zu Komsa über 9 Jahre für Vodafone tätig, einem wichtigen Partner des Distributors.

Joe Hemani, Aufsichtsrat Komsa und Gründer der Hemani Ventures Limited, lobt Burger: "Seine offene Art, sein strategisches Denken, sein Gespür für gutes Business passen hervorragend zur Komsa".

Burger kommt vor allem die Aufgabe zu, die Weichen für eine Zusammenarbeit mit Westcoast zu stellen. Der britische Distributor und Komsa hatten Ende 2022 eine "Fusionspartnerschaft" bekannt gegeben, eineinhalb Jahre später dann die Meldung, dass Also wesentliche Teile von Westcoast übernimmt. Wie das zusammenpasst, hatte Burgers Vorgänger gegenüber der Fachpresse nie dargelegt. Also hatte kürzlich lediglich mitgeteilt, man wolle die Zusammenarbeit mit den Hemani gehörenden Firmen intensivieren, "um zusätzliches Potenzial zu erschließen". Nach einer bereits vorliegenden Strategie klingt das nicht, zumindest (noch) nicht einer für die Öffentlichkeit bestimmten.

Nachfragen beim Komsa-CEO liefen damals ins Leere. Von einer "offenen Art", wie sie der Komsa-Gesellschafter Hemani nun dem neuen Komsa-Chef Burger zuschreibt, konnte bei seinem Vorgänger keine Rede sein. Toni Burger sieht die "Weichen in eine erfolgreichere Zukunft gestellt" vor fünf Jahren. Die "eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" hätten Komsa "neu erfunden" und damit gezeigt, dass Komsa "ein Paradebeispiel für Mut zur Veränderung und Geschwindigkeit" sei. Das klingt noch sehr nach Burgers Vorgänger, dem Komsa nahe stehende Kreise gegenüber CRN einen nicht gerade partizipativen Führungsstil bescheinigten.

Der 41-jährige Toni Burger ist sicher nicht zum CEO berufen worden, um den Status Quo lediglich zu verwalten. Er wird und muss in einem so dynamischen ITK-Markt auch eigene Akzente setzen, vielleicht auch neue Weichen in Richtung einer neuen, offeneren Kommunikation nach außen stellen.

Die neue Achse Komsa-Westcoast-Also in einem sich konsolidierten Distributionsmarkt könnte auch für die vielen Hersteller im Portfolio der drei Distributoren eine Chance sein, ihre Präsenz in anderen Ländern zu erhöhen und eine Partnerschaft mit diesem wie auch immer verbundenen Trio aus der Distribution zu vertiefen. Wenn sie denn im Klaren darüber sind, ob es denn eine gemeinsame Strategie gibt und wenn ja, wie sie aussieht.

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