Bechtle kassiert Jahresziele wegen "chronischer Marktunsicherheiten" ein
Systemhaus Bechtle meldet für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch und wagt keine Prognose für das traditionell starke Jahresendgeschäft. Vor allem in Deutschland und Frankreich laufen die Geschäfte wegen anhaltender Investitionszurückhaltung des Mittelstands schleppend.
Am Dienstag hat Bechtle AG eine Gewinnwarnung ausgesprochen, worauf der Aktienkurs um mehr als 6 Prozent auf ein 12-Monatstief bei 34,04 Euro schloss. Nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal meldet das Systemhaus ein voraussichtliches Ergebnis vor Steuern von 78 Mio. Euro, nach über 93 Mio. im Vorjahreszeitraum. "Wie schon im 2. Quartal verlief der üblicherweise kritische Quartalsendspurt erneut überraschend schwach", bilanziert Bechtle das 3. Quartal. Die eigenen Markterwartungen seien nicht eingetroffen. Schwach war das Geschäft vor allem Deutschland und Frankreich. Bei mittelständischen Kunden sei weiterhin eine Investitionszurückhaltung zu spüren.
Das Geschäftsvolumen verringerte sich mit rund 1,89 Mrd. Euro nur leicht um rund 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg um rund 2 Prozent auf rund 1,51 Mrd. Euro. Die EBT-Marge werde voraussichtlich bei 5,2 Prozent liegen.
Mitte Juli hatte Bechtle wegen der schlechten Konjunktur seine Prognose gesenkt. Damals ging der Vorstand für das Geschäftsjahr 2024 davon aus, Geschäftsvolumen, Umsatz, Ergebnis und Ebt-Marge auf Vorjahresniveau halten zu können. Diese Prognose hat Bechtle nun kassiert und gibt nunmehr einen Ausblick. "Für das vierte Quartal 2024 rechnet der Vorstand zwar weiterhin mit einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung, deren Auswirkungen lassen sich aber aufgrund der anhaltenden chronischen Marktunsicherheiten derzeit nicht exakt prognostizieren. Bechtle wird daher keine neue Prognose für die verbleibenden Wochen des Geschäftsjahres 2024 veröffentlichen", teilte das Systemhaus am Dienstagmorgen mit. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht Bechtle am 8. November 2024.